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Familienzentrum - ehemaliges Arbeitshaus

Das Haus in der Schulstraße 17 wird seit über 20 Jahren durch das Familienzentrum Biberach belebt. Die Nutzung des Hauses hat sich in seiner 500-jährigen Geschichte mehrfach geändert. 1516 als ein Wohnhaus errichtet, mussten gegen Ende des 18. Jahrhunderts im sogenannten Arbeitshaus Sträflinge und Arme ihren Lebensunterhalt durch harte Arbeit verdienen.

Nach dem großen Stadtbrand von 1516 baute das Kloster Salem das Haus als Wohnhaus, das in der südlichen Hälfte bis heute überliefert ist. Der nördliche Teil wurde 1826 angebaut. Die unterschiedlichen Entstehungszeiten sind auch von außen zu erkennen: an der Süd- und Ostfassade befinden sich spätgotische Kielbögen oder auch "Eselsrückenbogen", die im 15. und der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts als Zierelement genutzt wurden.

1739 kaufte das Biberacher Spital das Haus und brachte dort den Hospitalgärtner und Spitalbraumeister unter. Von 1770 bis 1811 wurde das Haus als Arbeitshaus verwendet. Sträfling und Arme verdienten ihren Lebensunterhalt durch harte Arbeit. Vor allem spannen sie die Wolle für die Tuchmacher, den Verdienst erhielt der Spital.

Ab 1813 war das Haus in Privatbesitz des Zimmermanns Johann Christoph Schlierholz (in dieser Zeit entstand der nördliche Anbau) bevor es 1843 wieder an die Stadt Biberach verkauft wurde. Seit 1996 ist das Familienzentrum im Haus in der Schulstraße 17 zuhause. Das Familienzentrum ist Treffpunkt für Familien in Biberach - alle Angebote und aktuelle Öffnungszeiten sind unter www.familienzentrum-bc.de zu finden.

Vor allem im älteren südlichen Teil gibt es einige besondere Türen und Türbeschläge, die einen zweiten Blick wert sind. Schlösser, Riegel und Türbeschläge wurden früher in kunstvoller Handarbeit aus Eisen und anderen metallen von Schlossern hergestellt. Im Familienzentrum findet man noch wunderschön gestaltete Werkstücke aus der Schlosserwerkstatt. Achten Sie bei Ihrem nächsten Besuch darauf!