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Tag des offenen Denkmals 2021

 „Sein & Schein – in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege“ heißt das Motto am Tag des offenen Denkmals 2021. Bundesweit wird der Tag von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordiniert.

Was ist echt und was ist Illusion, was neu interpretiert oder idealisiert?
Fragen, die wir uns nicht nur in unserem alltäglichen Leben, sondern auch in der Baukunst stellen können. Antworten darauf finden sich im diesjährige Programm am Denkmaltag.
Ein Paradebeispiel für architektonische Illusion in Biberach ist etwa die barockisierte Stadtpfarrkirche, ursprünglich im gotischen Stil erbaut. Auch hinter so manchen Häuserfassaden verbergen sich Geschichten, die nur darauf warten, am Tag des offenen Denkmals erzählt zu werden.
Der Fokus liegt dieses Jahr auf Stadtführungen in Freien, aber auch einige Denkmale öffnen natürlich ihre Türen für Besucher.

Bitte beachten

Bitte im Voraus für die Führungen durch die Denkmale wie auch die Stadtführungen bis spätestens 10.09.2021
über tourismus@biberach-riss.de anmelden (mit Namen und Anschrift). Die Teilnehmerzahlen sind begrenzt! Bei Aufenthalt oder Führungen in geschlossenen Räumen ist die Teilnahme nur durch einen Nachweis eines negativen Schnelltests (max. 24 Stunden alt), der vollständigen Impfung oder Genesung möglich. Bitte auch eine Maske mitführen, es gilt weiterhin die AHA-Regelung.

Programm

Stadtpfarrkirche St. Martin

Führungen:
13.30 Uhr durch Bernd Otto
15.00 Uhr durch Pfarrer Heinzelmann
je ca. 1 h
Treffpunkt: Hauptportal Stadtpfarrkirche St. Martin
3G-Nachweis erforderlich

13.30 Uhr mit Stadtführer und Restaurator Bernd Otto, Thema „Gotisch sein, barocker Schein - eine gotische Basilika, barockisiert“

Bauwerk, Baustil, Epochen: Überall in der Stadtpfarrkirche sieht man, dass der Barock eigentlich nicht in das Bauwerk gehört. Ursprünglich handelte es sich um eine gotische Kirche, die dann aber barockisiert wurde. Die Führung deckt die Struktur des Gebäudes auf und zeigt, was im 18. Jahrhundert geändert wurde.

15.00 Uhr mit Pfarrer Heinzelmann, Thema „Mehr Schein als Sein? Konfessionelle Stil- und Bilderwelten in der Stadtpfarrkirche St. Martin“

Die barockisierte Simultankirche ist geprägt von konfessionellen Stil- und Bilderwelten. Anhand von barocken Fresken und Bildwerken wird der Frage nachgegangen „Mehr Schein als Sein“?

Baustellenführung durch die Braith-Schule

Führung um 10 Uhr und 12 Uhr mit Architekt Florian Scheytt
Dauer etwa 45 Minuten
Treffpunkt: vor der Braith-Schule in der Schulstraße 15
3G-Nachweis erforderlich

Das Gebäude in der Schulstraße wurde 1848 als Knabenschule erbaut, heute ist dort die Braith-Grundschule untergebracht. Das denkmalgeschützte Gebäude wird momentan saniert und umgebaut. Architekt Florian Scheytt, für den Umbau und die Sanierung verantwortlich, führt interessierte Besucher durch die Baustelle.
Es handelt sich um eine Führung durch eine Baustelle, festes Schuhwerk ist zwingend erforderlich.

Sein und Schein in der Denkmalpflege - Die Sanierung des Salzstadels

Führung um 11.00 und 12.00 Uhr mit Bauverständiger Christoph Haug
Dauer ca. 30 Min.
Gebäude nur für die Führungen geöffnet.
Treffpunkt: vor Eingang Osiander
3G-Nachweis erforderlich

Der Staffelgiebel des Salzstadels ist seit über 500 Jahren ein prägnanter Teil des Stadtbildes von Biberach. Fertiggestellt wurde das Gebäude vermutlich 1513. Städtebaulich betrachtet handelt es sich um einen dominierenden, 24 Meter hohen Bau von beachtlichen Ausmaßen mit viergeschossigem Satteldach und massiven Staffelgiebeln. Das Erdgeschoss und das 1. Obergeschoss wurden zu Gewerbeflächen unter Erhalt der ursprünglichen offenen Hallenstruktur umgebaut, dabei wurde die Originalsubstanz sichtbar eingesetzt, insbesondere im Stützensystem. Die Eigentümer, Firma Schmid, haben für die Sanierung den Denkmalschutz- und Effizienzpreis in Gold bekommen.

StadtVerführung „Fachwerk unter Putz - Schein und Wirklichkeit der Konstruktion“

um 11 Uhr mit Bernd Otto
Dauer etwa 45 Minuten
Treffpunkt: Spitalhof, Museum Biberach

Was versteckt sich eigentlich unter so mancher Fassade und Putzschicht? Fachwerk wurde nicht nur aus Brandschutzgründen verputzt – was waren weitere Gründe? Mit geschärftem Blick erkennt man Fachwerk auch unter einer vermeintlich unscheinbaren Schicht Putz. Ein Stadtspaziergang zum Thema Fachwerk und Putz.



StadtVerführung „Auf den Spuren von Johann Melchior Dinglinger“

um 11 Uhr mit Edeltraud Garlin
Dauer etwa 1 Stunde
Treffpunkt: Spitalhof, Museum Biberach
3G-Nachweis erforderlich

Dinglinger war Hofjuwelier von August des Starken. Geboren 1664 in Biberach folgt die Führung seinen Spuren in der Stadt: In welchem Haus ist er geboren? Wo war der Zweitwohnsitz des Herrn Hofjuweliers? Wer war seine 4. Ehefrau, die er von Biberach nach Dresden holte? Es wird über Leben und Werk Dinglingers erzählt: Wie er in Dresden lebte, wie es ihn überhaupt dorthin verschlug und wie es zur Eheschließung mit Susanna Elisabeth Gutermann kam.

StadtVerführung „Rund um den Holzmarkt“

um 12 Uhr mit Karin Ilg
Dauer etwa 1 Stunde
Treffpunkt: Infotafel an der Stadthalle

Wer wohnte am Holzmarkt? Holzmarkt und Kapellenplatz - was sagen uns die verschiedenen Namen? Der Salzstadel ist ein besonders markantes Gebäude – welche Bedeutung hatte es in Kriegs- und Friedenszeiten? Gerade die Fachwerkhäuser spiegeln die unterschiedliche Finanzkraft der Erbauer wider. Das Haus Dinglinger etwa zeugt insbesondere von Reichtum und Macht. Die Stadtführung beleuchtet den Handel und das Gewerbe früher und heute am Holzmarkt und am Stadtbach.

StadtVerführung „Sein und Schein - die Waldseer Vorstadt“

um 13 Uhr mit Biljana Wieland
Dauer etwa 1 Stunde
Treffpunkt: Innenhof Sennhof Areal/ „Klösterle“, Hindenburgstraße 29

Die Lust an der Illusion, während des Barocks annähernd perfektioniert, so hat auch der Historismus große Freude daran. Architekten spielen mit verschiedenen Epochen und lassen diese in den Fassaden regelrecht künstlerisch wiederauferstehen. So geschehen an der Waldseer Vorstadt, wenn auch einige Gebäude vorwitzig aus der Reihe tanzen.

StadtVerführung „Vom Patrizierhof zum Geschäftshaus - Wandel zweier Gebäude in der Schadenhofstraße“

um 14 Uhr mit Gisela Raunecker
Dauer etwa 30 Minuten
Treffpunkt: Bronze-Stadtmodell, Schadenhofstraße

Einst waren sie die Repräsentationsgebäude der reichsten Biberacher Patrizierfamilien, heute beherbergt der Schadenhof eine Bank, das Haus der Herren von Brandenburg ist Teil eines großen Sportgeschäfts. Die Stadtführung klärt über die Geschichte dieser beiden Adelshöfe und ihrer Erbauer und Besitzer auf. Ein Schwerpunkt bilden der Wandel dieser Häuser in der Neuzeit, insbesondere die Nutzung historischer Gebäude und der Denkmalschutz.

StadtVerführung „Sein und Schein am Marktplatz“

um 15 Uhr mit Markus Pflug
Dauer etwa 45 Minuten
Treffpunkt: Marktbrunnen

Der Biberach Marktplatz ist umsäumt von prächtigen Bürgerhäusern. Aber welche Geschichten stecken eigentlich dahinter? Das Kleeblatthaus etwa ist ein wahrhaftiges Beispiel von Reichtum und „Sein“. Welches Haus wurde aber gebaut, um eine Herzensdame zu beeindrucken? Und vor allem, führte es zum Erfolg? Ein Blick hinter die Häuserfassaden.

Hugo-Häring-Haus

Mettenberger Weg 17
14.30 – 16.30 Uhr
Führung: 15.00 Uhr mit Hochbauamtsleiter Siegfried Kopf-Jasinski
Kaffee & Kuchen im Garten

Der 1882 in Biberach geborene Architekt Hugo Häring war in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts einer der bedeutendsten Vertreter der Moderne, des „neuen“ oder „organhaften Bauens“, wie er es nannte. In Berlin realisierte er eine Reihe von Wohnungsbauten. Während der Zeit des Nationalsozialismus durfte Häring nicht bauen. Nach dem 2. Weltkrieg konnte er noch die beiden Wohnhäuser für die Fabrikantenfamilie Schmitz in Biberach realisieren und seine Architekturtheorie damit letztmalig in gebaute Realität umsetzen.

Familienzentrum

Schulstraße 17
11.00 – 16.00 Uhr
Aktionen für Kinder
Kaffee & Kuchen im Garten

Früher war es ein Wohnhaus, später ein „Arbeitshaus“, was einem Zuchthaus entsprach. Die Nutzung hat sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder geändert - seit über 20 Jahren wird das Haus nun vom Familienzentrum belebt. Das Programm am Denkmaltag: Gartencafé, Mitmach-Angebote für Kinder wie Spinnen und Weben (bei gutem Wetter), kurze Führungen durch das Haus und eine Geburtstags-Aktion zum 30-jährigen Bestehen des Familienzentrums.

Wieland-Gartenhaus

Saudengasse 10/1
11.00 – 17.00 Uhr

Das Wieland-Museum Biberach bietet Gelegenheit, sich auf Wielands Spuren zu begeben. Das Museum ist in Wielands ehemaligem Gartenhaus untergebracht. Hier verfasste der Schriftsteller Großteile seiner Werke. Studierende der Universität Konstanz erarbeiteten im Sommersemester 2019 in Kooperation mit der Wieland-Stiftung eine interaktive „Wieland-Literatour“ an die Wieland-Wirkungsstätten in Biberach. Informationen zur interaktiven Stadt- und Parkrallye gibt es am Wieland-Gartenhaus. Die Besucher können sich mit ihren Smartphones selbstständig auf die Spuren des Dichters begeben.

Parcours „Heute - Gestern“ Stadtforum Biberach

11.00 – 16.00 Uhr
Ecke Bürgerturmstraße/
Pfluggasse

Das Stadtforum Biberach stellt erneut seine Riesenrahmen in der Altstadt auf. Der Blick wird an neun Stationen auf ein bestimmtes Gebäude oder ein Ensemble gelenkt, daneben laden Ansichten der Vorgängerbauten zum Vergleich ein. Sein & Schein? Was passt in das Erscheinungsbild der Stadt? Endpunkt des Parcours ist die Station an der Ulmer-Tor-Straße (Ecke Bürgerturmstraße/Pfluggasse). Hier gibt es auch einen Stand an dem man einen kleinen Imbiss zu sich nehmen und diskutieren kann. Pläne für den Parcours liegen aus.