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Tag des offenen denkmals 2022

Der diesjährige „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag, 11. September, steht unter dem Motto „KulturSpur. Ein Fall für den Denkmalschutz"

„KulturSpur. Ein Fall für den Denkmalschutz" heißt das Motto am Tag des offenen Denkmals 2022. Bundesweit
wird der Tag von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordiniert.
Nur an wenigen Denkmalen ist die Zeit spurlos vorüber gegangen. Historische Narben, Ergänzungen, Umbauten – all das erzählt viel über ein Bauwerk und die Menschen, die daran arbeiteten und darin lebten. Auch auf den alten Friedhöfen, in ihren Kirchen und Anlagen lassen sich Spuren vergangener Tage entdecken und die Grabmale zeugen von Menschen, die Wichtiges (vielleicht auch ganz Unwichtiges) bewirkt haben.
Kommen Sie mit am diesjährigen Denkmaltag auf eine Spurensuche und entdecken Sie faszinierende, merkwürdige, bewundernswerte und bewegende Geschichten.

Der Eintritt sowie alle Führungen sind am Denkmaltag kostenfrei.

Töpferhaus am Weberberg

Führung um 10.30 Uhr und 11.45 Uhr mit Bernd Otto
Dauer: etwa 30 Minuten
Teilnehmerzahl begrenzt

Verkauf von Essen und Getränken durch Bauhütte Simultaneum e. V. von 11.00 bis 13.00 Uhr, direkt vor dem Töpferhaus.

Das Haus Engelgasse 5 ist ein spätmittelalterliches Händlerhaus von 1421, dessen ursprüngliche Struktur noch erstaunlich gut vorhanden ist. Etwa 200 Jahre nach der Erbauung wurden Teile des Hauses im Stil der Zeit umgebaut. Eine kurze Führung durch das Haus zeigt verborgene historische Schätze, die vom Besitzer liebevoll erhalten und gepflegt werden.

11.00 – 13.00 Uhr Besichtigung eines ehemaligen Weberkellers, Webergasse 19 Führungen bei Bedarf

Im Vordergrund ein imposantes Fachwerkhaus, in dem eine Töpferei untergrbracht ist. im Hintergrund recht ebenfalls ein Fachwerkhaus mit blauen Fensterläden.
Weberberg

Roter Bau - Haus der Archive

Waldseer Straße 31
Führung: um 12.30 Uhr und 13.30 Uhr mit Architekt Christoph Haug
Dauer: etwa 30 Minuten
Treffpunkt: Eingang Haus der Archive

Vor 150 Jahren wurde der Rote Bau etwa 500 m südlich der Altstadt auf freiem Feld errichtet. Schon die Bezeichnung dieses in Biberach einzigartigen Schichtbacksteinbaus deutet darauf hin,
wie ungewöhnlich die Verwendung dieses Baumaterials damals in Biberach war und so ist der Rote Bau heute ein imposantes Zeugnis der Gründerzeit, die in Biberach nur wenige bauliche
Spuren hinterlassen hat. Bei der 2014 erfolgten denkmalgerechten Sanierung und Umbau zum Stadt- und Wielandarchiv konnten nahezu alle alten Teile erhalten oder originalgetreu wiederhergestellt
werden.

Roter Bau © Stadtplanungsamt Biberach
Roter Bau © Stadtplanungsamt Biberach

Sanierung der denkmalgeschützten Wohnhäuser Zwingergasse 10 und 12

Zwingergasse 10/12
Das Architekturbüro Wagner informiert über die Sanierung
um 10.30 Uhr und 11.30 Uhr,
Dauer: etwa 30 Minuten

Schon im 17. Jahrhundert wurden die Gebäude in der Zwingergasse 10/12 als Doppelhaus erbaut. Seit 2010 leerstehend, werden die denkmalgeschützten Wohnhäuser nun saniert und nach Fertigstellung als Wohnungen vermietet. Sie gelten innerhalb der frühneuzeitlichen Erweiterung Biberachs als typologisch bemerkenswertes Zeugnis der Stadtbaugeschichte sowie als Dokument der sich wandelnden Lebensverhältnisse in den Städten Oberschwabens. Das Architekturbüro Wagner informiert vor den
Gebäuden über die spannende Sanierung. Das Betreten der Häuser ist leider nicht möglich.

Zwingergasse
Zwingergasse

Parcours »KulturSpur«

Das Stadtforum hat wieder 9 Riesenrahmen in der Stadt aufgestellt.
Jeder umrahmt den Ausblick auf ein bestimmtes Haus und fordert zu genauerem Betrachten auf. Details werden gesucht. Sie sind Spuren, die auf die Geschichte des Hauses und seiner Bewohner
hinweisen. Gehen Sie auf eine spannende Spurensuche! Ein Stadtplan führt zu den Stationen. Ausgangspunkt und vielleicht auch Endpunkt des Parcours ist der Stand des Stadtforum Biberach e. V. neben dem Portal von St. Martin. Hier gibt es Pläne, Imbiss und Getränke.

Stadtforum Biberach
11.00 – 16.00 Uhr
Stand auf dem Schadenhof

Hugo-Häring-Haus

Mettenberger Weg 17
14.30 – 16.30 Uhr
Führung: 15.00 Uhr mit Hochbauamtsleiter Siegfried Kopf-Jasinski
Kaffee & Kuchen im Garten

Der 1882 in Biberach geborene Architekt Hugo Häring war in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts einer der bedeutendsten Vertreter der Moderne, des „neuen“ oder „organhaften Bauens“, wie er es nannte. In Berlin realisierte er eine Reihe von Wohnungsbauten. Während der Zeit des Nationalsozialismus durfte Häring nicht bauen. Nach dem 2. Weltkrieg konnte er noch die beiden Wohnhäuser für die Fabrikantenfamilie Schmitz in Biberach realisieren und seine Architekturtheorie damit letztmalig in gebaute Realität umsetzen.

Hugo-Häring-Haus
Hugo-Häring-Haus

Familienzentrum

Schulstraße 17
11.00 – 16.00 Uhr
Aktionen für Kinder
Kaffee & Kuchen im Garten

Dieses Denkmal ist ein wahrer Zeitzeuge. Der südliche Teil des Hauses wurde ca. 1530 erbaut, der nördliche Teil 1826 angebaut. Innen wurde das Haus schon häufig umgestaltet und prädestiniert für eine Spurensuche – mancher Umbau ist nur noch anhand von Bauplänen zu erahnen. Die Nutzung hat sich im Laufe der Jahrhunderte natürlich auch immer wieder geändert. Seit über 20 Jahren wird das Haus nun vom Familienzentrum belebt.

Das Programm am Denkmaltag: Gartencafé, Mitmach-Angebot für Kinder: „Wolle bearbeiten wie in alten Zeiten“, Ausstellung über das Haus, Infos über die Arbeit des Familienzentrums, Führungen durch das Haus.

Familienzentrum, außen
Familienzentrum, außen

StadtVerführung "3GGG - Gräber, Geister und Geschichten"

um 11.30 Uhr mit Stadtführerin Ina Billwiller,
Dauer: etwa 1,5 Stunden
Treffpunkt: Eingang katholischer Friedhof,
Ehinger Straße 25

Bei dieser Führung lernen die Teilnehmer den katholischen Friedhof Biberach von einer anderen Seite kennen und gehen mit auf eine spannende Spurensuche. Mit Geschichten zu einzelnen Grabstellen gibt es viel Interessantes und bisher wenig Bekanntes über den Friedhof zu entdecken. Warum wurden die Liegezeiten verkürzt? Was hat der katholische Friedhof mit den Protestanten zu tun? Genügend zu erzählen gibt es allemal, schließlich entstand der katholische Friedhof 1575 aus einem ehemaligen Siechen-Friedhof. 1995 übernahm schließlich Stadt Biberach den Friedhof von der katholischen Kirchengemeinde.

Katholischer Friedhof
Katholischer Friedhof

StadtVerführung »Denk mal ans Denkmal - Sanierungen aus der Distanz betrachtet«

um 13.15 Uhr mit Stadtführer Bernd Otto
Dauer: etwa 1 Stunde
Treffpunkt: Spitalhof, Museum Biberach

Nicht immer glückte in der Vergangenheit der Umgang mit historischen Bauten und die Restaurierung denkmalgeschützter Gebäude. Auch wenn wir heute denken, alles richtig zu machen, gibt es keine Gewähr für die Richtigkeit dieser Sichtweise. Schließlich hatten unsere Vorgänger ebenfalls die Ansicht, alles richtig zu machen! Der Gang durch die Stadt zeigt einige fragwürdige Objekte auf und - aus heutiger Sicht - traurigen Umgang mit historischer Substanz.

Heilig-Geist-Kirche, Alter Evangelischer Friedhof - ein Ort der Biberacher Geschichte

Führung: 15.00 Uhr mit Stefan Ott (Friedhof) und Pfarrer Heinzelmann (Heilig-Geist-Kirche)
Dauer: Kirche und Friedhof jeweils 30 Minuten sowie 15 Minuten allgemeine Infos
Treffpunkt: Eingang evangelischer Friedhof, Ulmer Straße 10

Wege und Spuren durchziehen den alten evangelischen Friedhof mit der Heilig-Geist-Kirche. Entlang der Wege und weiter hinein liegen die Spuren der Biberacher Geschichte: von der Grabplatte von Bürgermeister Veit Begglin (gest. 1567), dem Reformator und Widersacher Karls V. bis zu Dekanen des 20. Jahrhunderts. Es offenbart sich die Geschichte zum Ursprung des Biberacher Schützenfestes, des Schützenbatzens und Justus Heinrich Knecht. Die Spuren der Epithaphien (Grab- und Gedenkplatten) führen uns entlang der Friedhofsmauer und in der Kirche auch zu international
bekannten Persönlichkeiten. Ein spannender Ort von Tod, Erinnerung und Geschichte.

Evangelischer Friedhof
Evangelischer Friedhof